die fortsetzung von lora et labora

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Trotzdem total nett

Foyer der Uni-Bibliothek in Frankfurt. Eine Studentin trifft einen Mann und eine Frau, die drei sind offenbar befreundet, die Frauen umarmen sich innig.

Studentin 1: "Hey, schön euch zu sehen. Ich hatte ja gehofft, ich treff euch beim Geburtstag von [nuschel]..."
Studentin 2: "Nee, da konnten wir nicht, schade..."
Studentin 1: "War echt ne witzige Party. Da waren nur Koreaner. Ich meine, ich bin ja auch Asiatin, aber das waren alles Ausländer. Aber die waren total nett alle."
19.3.08 00:27


Die alte Dame und das Seil

"Sagen sie, junge Frau, sind sie Artistin?"
"Nein, ich mache das heute zum ersten Mal!"
"Also, wirklich großartig. Das hätte ich nicht gekonnt. Auch in ihrem Alter, meine ich. Wie alt sind sie?"
"31"
"Oh, ich hätte gedacht, sie sind 19"

Die alte Dame im weißen Steppmantel und mit dem eleganten Kopftuch kommt vorsichtig über die Wiese gestöckelt, bis sie vor dem Gurt steht, der zwischen zwei Bäumen gespannt ist und für sie auf Bauch-, für mich auf Hüfthöhe verläuft. Wenn niemand draufsteht. Wenn nämlich jemand draufsteht, dann senkt sich der Gurt, so dass es vielleicht noch 20 oder 30 Zentimeter bis zur schlammigen Wiese sind. Bevor die alte Dame kam, haben wir hier gespielt: möglichst lange auf dem Gurt stehen, darauf gehen, abspringen, wenn es zu wackelig wird. Für mich ist es oft schon vor dem ersten, bestenfalls nach dem vierten Schritt Zeit für den Absprung. Und selbst das funktioniert nur, so lange jemand auf dem Band sitzt, damit es unter Spannung steht.

"Aber der junge Mann, der kann das. Kennen sie sich schon lange?", fragt sie und deutet auf T., der die Leine von einem zum anderen Ende entlangbalanciert.
"Wir kennen uns nicht"
"Ach, sie kennen den jungen Mann gar nicht? Heute erst kennengelernt? Oh, dann verzeihen sie, dass ich auch noch dazwischen funke"
"Das macht gar nichts!"
"Nur zu, dann machen sie sich mal miteinander bekannt. Wer weiß, vielleicht feiern sie bald Hochzeit, und ich bin eingeladen."

Sie stellt sich vor. "Annemarie Hecht". Wir schütteln die Hand, sie zieht dafür ihren feinen schwarzen Lederhandschuh aus, sehr damenhaft. Kurz schäme ich mich für meine schmutzigen Finger, aber sie scheint sie gar nicht wahrzunehmen.

Slacklining-Bild von matthewvenn


"Wissen sie, so ähnlich wie sie heute hab ich meinen Mann auch kennengelernt. Ich war auf dem Weg ins Theater, hier in Offenbach. Es gab 'Hoffmanns Erzählungen'. Ich lief durch die Bahnunterführung, er sah mich und dachte 'diese Frau werde ich einmal heiraten'. Ich hab ihn an jenem Tag gar nicht wahrgenommen."
Einer von vielen jungen Männern in Fliegeruniformen sei er gewesen, es war ja Krieg.

Sie sei zwar keine Schönheit gewesen, aber eine elegante Erscheinung, gut gekleidet. Ihr Zukünftiger sei extrem schüchtern gewesen. Sie trafen sich in einem Café wieder, wurden beide zu einem Hausball eingeladen. "Sowas würde man heute Party nennen." Den ganzen Abend sprach der Mann kein Wort, bis die 15-jährige Schwester, die die 18-jährige Annemarie begleitete, gegen ein Uhr nachts zum Aufbruch drängte. Da sagte er die entscheidenden Worte: "Darf ich sie wiedersehen?"

Sie verabredeten sich auf einem öffentlichen Platz unter einer Uhr. Er kam nicht. "Da rief ich in dem Café an, in dem wir uns getroffen hatten. Er war da, und er sagte: 'Ich bitte sie, bleiben sie stehen, ich bin in zehn Minuten da." Er kam und entschuldigte sich bei ihr. Er habe gedacht, das Mädchen werde sowieso nicht kommen.

"Von da an haben wir uns nie wieder getrennt, 54 Jahre lang. Bis er starb. Ich wünsche ihnen ein ebenso glückliches Leben wie ich es hatte", sagt sie und zwinkert. "Ich laufe jetzt zur Stadtgrenze."

Wir schauen ihr hinterher, wie sie über die matschige Wiese zurück zum Weg stapft und dann weiter am Ententeich entlang. Auf dem Asphaltweg versuchen zwei Erpel, eine Ente zu bespringen. "Ich habs nicht übers Herz gebracht, ihr zu sagen, dass ich schon vergeben bin", sage ich. "ging mir genauso", sagt er.
8.3.08 00:41


Na immerhin

Ein Pärchen kommt ins Wartezimmer einer Ärztin, er munter, klein und drall, Mitte 30 und mit Wiener Akzent. Sie ist jünger, groß und schlank, hessisch sprechend, mit blonder Dauerwelle und Handtäschchen. Er quatscht sie voll, sie läuft zittrig auf ihren Pfennigabsätzen, läßt sich auf einen Stuhl plumpsen, lehnt dann matt an der Seite ihres Begleiters. Die beiden scheinen sich zwar zu kennen, aber nicht besonders intim. Er will vermutlich mehr, deshalb begleitet er sie auch zum Arzt. Sie nimmt solche Annehmlichkeiten offenbar gerne hin, macht aber nicht den Eindruck, dass sie ihn näher ranlassen wird.

Er: "Was hast du denn überhaupt für Beschwerden"
Sie (gedehnt): "Ach ... ich weiß nich."
Er: "Wer vertritt dich denn bei der Arbeit?"
Sie: "Ich geh nachher wieder hin. Ich hoffe die geben mir hier was dass ich dann wieder hingehen kann"
Er: "Genau. Lass dir einfach ne Spritze geben."
Sie (genervt): "Ha ha ha."
Er: "Ich hab morgen wieder Coaching. Kannst ja mitkommen wenn du magst. Ist echt lustig. Coaching."
Sie: "Ach, weiß nicht. Gehts auch nächste Woche?"
Er: "Das mach ich jeden Tag."

Sie schweigen sich ein paar Minuten lang an.

Dann sie: "Mir gehts echt schlecht. Aber meine Haare sehen heute super aus."
5.3.08 22:56


The story of stuff

Wo kommen unsere Dinge her, wo gehen sie hin, und was steckt dahinter? Das wird einfach, aber eindringlich erklärt bei Story of Stuff

Ich finde es sehenswert, auch wenn es sich in erster Linie an US-Bewohner richtet (Europäer dürfen mal kurz als gutes Beispiel für gemäßigteres Konsumieren herhalten).
27.12.07 14:48


Kinder

An der Straßenbahnhaltestelle.
Kind 1: "Ich bin fünfi, ich bin fünfi!"
Kind 2: "Ihich ahauch, ihich ahauch!"
Kind 1: "Und morgen werd ich sechsi, und morgen werd ich sechsi!"


Auf dem Markt.
Mutter: "Wo hast Du denn die Orange her?"
Kind: "Die ist einfach so zu mir gerollt!"
Mutter: "Komm, steck die mal schnell hier in die Tasche!"
15.12.07 23:47


Eine Fruchtfliege kann über ein Honigbrot laufen, ohne kleben zu bleiben. Faszinierend.
24.11.07 01:27


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