Leider bin ich auf der Fusion kaum dazu gekommen, Fotos zu machen. Das lag daran, dass ich die meiste Zeit in einer Schlange verbracht habe, weil ich pinkeln musste. Meistens unterhielt ich mich dabei mit den anderen Frauen in der Schlange darüber, wie nett es jetzt wäre, einen temporären Penis zu haben und uns zu den Jungs an die Pinkelrinne stellen zu können.
Dass es im Intershop temporäre Penisse aus Plastik zu kaufen gab, hab ich leider erst am letzten Tag erfahren. Ich konnte dann mit meinem nagelneuen Plastikpimmel genau noch zwei mal an der Pinkelrinne stehen, ganz schnell und entspannt Wasser lassen und mich dabei von meinen Mitpinklern ungläubig aus dem Augenwinkel begaffen lassen.
Dabei hab ich mir gleich einen großen Fauxpas geleistet: Ich hab mich beim Wasserlassen mit Freund A. unterhalten. Dass das unter Männern nicht nur unüblich ist, sondern sogar als Affront gewertet werden kann, hat er mir dann erst danach verraten. Also rein vom Pinkel-Ambiente her gehe ich dann doch lieber auf Frauentoiletten, die sind einfach kommunikativer und weniger verkrampft. Aber Pinkeln im Stehen ist auf einem Festival eben doch praktischer, da nehme ich dann auch das Schweigegelübde in Kauf.
Meine Pinkel-Krücke heißt übrigens freelax, wurde in Frankreich hergestellt und wird von den Machern als "Appareil pour uriner debout" bezeichnet, also als Apparat zum aufrechten Urinieren. Ein freelax sieht aus wie eine kleine Wasserrutsche, ist so lang wie meine Hand und so breit wie zwei Finger, und kann nach Gebrauch abgespült, desinfiziert oder ausgekocht werden.
Und jetzt zu etwas völlig anderem:
Die Welt zu Gast bei Problembären...äh...
Fusion