die fortsetzung von lora et labora

  Startseite
    Erlebt
    Belauscht
    Gefunden
    Gesehen
    Gelesen
    Phantasiert
    Kommentiert
    Abgelichtet
    Spam
  Archiv
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   
   Lu [Blog]
   qdo [blog]
   Ste [Blog]
   Olgate [Blog]
   Neblog [Blog]
   Acorea [Blog]
   Diablog [Blog]
   Kleinski [Blog]
   Samorost [Spiel]
   with open hands
   Scarybear [Comic]
   Lore [Mein Ex-Blog]
   Flickr [meine Fotos]
   23 [Mehr Fotos]
   all about the vagina
   assoziations-blaster



www.flickr.com


https://myblog.de/loremore

Gratis bloggen bei
myblog.de





Extreme Riverrafting for Downright Danger Freax

Teil 1


Neulich war ich mit meiner Freundin C. Flusswandern. Das hei?t, wir haben uns einen Kanadier geliehen (also ein Boot, 70 Kilo), unsere Campingausr?stung, Klamotten, Proviant, Trinkwasser und meine Gitarre reingepackt (50 Kilo), uns selbst reingesetzt (110 Kilo) und haben den ganzen Ballast dann innerhalb von vier Tagen 62 Kilometer weit flu?abw?rts transportiert. Versteht mich nicht falsch, ich hatte viel Spa? dabei. Aber mit dem Fahrrad w?re es schneller gegangen.
Ich habe tagelang dr?ber nachgedacht, ob man Lahn nicht der Ehrlichkeit wegen am Ende mit m schreiben sollte. Wenn wir Gegenwind hatten, mu?ten wir wegen der nicht vorhandenen Str?mung mit voller Kraft paddeln, um nicht r?ckw?rts getrieben zu werden. Entenfamilien, Reiher, Nilg?nse, frisch geschl?pfte Ble?h?hner und Schw?ne zogen mit Leichtigkeit und Eleganz an uns vorbei. Daf?r haben wir eine Schildkr?te abgeh?ngt.




Nacht I/Tag II

Die erste Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz des M?nnerbadevereins in der N?he von Gie?en. Unsere Life-of-Brian-m??igen Anklebeb?rte brauchen wir nicht auszupacken, denn seit ein paar Jahrzehnten d?rfen auch Frauen auf dem Gel?nde ?bernachten. Vorausgesetzt, sie sind um 22 Uhr drin, dann wird n?mlich die T?r abgeschlossen. Niedlich ist auch der Zettel auf der Innenseite der Klot?r, auf der die Klobenutzer genauestens erkl?rt bekommen, wie sie das Klo nach dem Kacken zu reinigen haben. Ohne Tabus. Ich rezitiere aus dem Ged?chtnis: ?Entdeckst du dann noch braune Flecken, mu?t du die Sch?ssel sauber lecken?.

Am ersten Tag mu?ten wir Untiefen umschiffen und ein Wehr umtragen (eine hassenswerte und schwei?treibende Passage), zum Ausgleich surfen wir heute jodelnd drei Bootsrutschen nacheinander runter. Das war?s aber auch schon mit Action, denn danach paddeln wir stundenlang in br?tender Hitze durch scheinbar stehendes Wasser, ohne einem Menschen zu begegnen. Irgendwann sehen wir einen nackten Hintern im Geb?sch verschwinden und beschlie?en, dem Beispiel (was die Kleidung angeht) zu folgen und schwimmen zu gehen. Wir legen in einer einsamen und ?u?erst idyllischen Bucht an und springen (C.) beziehungsweise gleiten sehr langsam (ich) ins Wasser. Als wir wieder rauskommen, klettert ein ?lterer Mann, der offenbar schon l?ngere Zeit im Geb?sch stand, runter zu uns ans Ufer und fragt, ob wir vielleicht Feuer h?tten. Was platteres kann man zwei Frauen ohne Taschen wirklich nicht fragen. Pah.

Wem das Paddeln allein nicht anstrengend genug ist, der kann sich an den Selbstbedienungsschleusen so richtig abreagieren. W?hrend C. an den Kurbeln ihre Bizepse zum Gl?hen bringt, d?mple ich in der Schleuse hin und her und sinke mit unserem Kanu langsam ab. Am Ende ist der Himmel nur noch ein blaugraues Rechteck ganz oben, dann geht vorne das Tor auf und ich darf rauspaddeln. Gar nicht so einfach, wenn die Steuerfrau auf einmal alleine im Boot sitzt und die Galionsfigur von der Schleusenbr?cke winkt, statt wie gewohnt mitzupaddeln.

W?hrend ich mich am Abend vorher noch ?ber die Schilder auf dem Klo am?siert habe, steigert sich der Schilderwahn auf dem Campingplatz Fischerh?tte zur Ekstase. Die ersten Ge- und Verbote springen uns schon an, als wir unseren Kanadier samt Gep?ck auf einem kleinen W?gelchen auf den Platz rollen.

- Ball spielen verboten!
- Geschirr sp?len ab 22.30 verboten!
- Sp?lbecken bitte sauber verlassen!
- Duschen 7 bis 10 Uhr, 15 bis 21 Uhr, f?nf Minuten.
- Dauercamper bitte beim Platzwart melden!
- Waschraum. Sp?len sowie Entnahme von Warmwasser ist verboten.


Das gef?llt mir am besten. W?re ich ein Hund, w?rde ich es eher als Aufforderung verstehen denn als Verbot.

Das einzige Schild, das zu meinem Gl?ck noch fehlte, war eins mit der Aufschrift ?Furzen und heftige Gewitter verboten?. Wahrscheinlich hab ich es einfach ?bersehen, es hielt sich aber sowieso niemand dran.

Der Platzwart ist ein dicker Mann, der drei Teenager zusammenschei?t, weil sie sich gegenseitig mit Wasser aus dem Campingplatz-Wasserhahn (?Nur Zapfstelle f?r Trinkwasser?) bespritzen. ?Ich komm gleich r?ber und dann gibt?s was, Wasser ist kein Spielzeug, was das kostet!? br?llt er. Die Jungs ziehen Leine und suchen sich wahrscheinlich eine Zapfstelle, die der Alte von seinem gartenzwergbewehrten Wohnwagenvorgarten aus nicht so gut sehen kann.
Der Mann ist wahrscheinlich auch daf?r verantwortlich, dass es tags?ber auf dem Klo kein Licht gibt. Der Himmel ist nachmittags um f?nf schon rabenschwarz und vor dem Toilettenfenster zuckt nur ab und zu ein Blitz vorbei? Pech gehabt, Licht gibt es erst um 20 Uhr. Daneben pinkeln ist selbstverst?ndlich verboten.

?Gartenzwergfriedhof? raune ich C. zu und bin froh, als wir am n?chsten Morgen in str?mendem Regen Leine ziehen.

Fortsetzung folgt
6.8.05 02:46
 
Letzte Einträge: Mehr von mir, Neues Blog
s



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung